Studie: Schwangerschaftsdiabetes & Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes in Folge einer Schwangerschaft Immer mehr Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes.

Immer mehr Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. Dabei handelt es sich um eine Form der „Zuckerkrankheit“, die in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt. Im Rahmen einer aktuellen Studie wurde untersucht, wie die Entwicklung des Körpergewichts nach der Entbindung das Langzeitrisiko betroffener Frauen beeinflusst, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Schwangerschaftsdiabetes – was ist das?

Der Schwangerschaftsdiabetes (medizinischer Fachbegriff: Gestationsdiabetes) ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft. Diese Form der „Zuckerkrankheit“ tritt typischerweise in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf und kann sowohl beim ungeborenen Kind als auch bei der Mutter gesundheitliche Komplikationen hervorrufen. Daher gehört ein „Zuckertest“ heute zu den Routineuntersuchungen in der Schwangerschaft. So kann sichergestellt werden, dass die Stoffwechselstörung möglichst rasch erkannt und behandelt wird.

Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes kann sich allerdings auch langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken. Wie man heute weiß, haben die betroffenen Frauen ein erhöhtes Risiko, später an Diabetes zu erkranken: 36 bis 60 Prozent entwickeln innerhalb von 10 Jahren einen Typ-2-Diabetes. Neue Studienergebnisse zeigen, dass Übergewicht nach der Schwangerschaft dieses Risiko erhöht.

Aktuelle Studie zum Diabetes-Risiko: Einfluss des Körpergewichts nach der Entbindung

Welchen Einfluss hat die Entwicklung des Körpergewichts bei betroffenen Frauen nach der Entbindung auf das Risiko, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln? Dieser Frage ging eine Forschergruppe am renommierten US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) nach. Dazu wurden 1.700 Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hatten, über im Schnitt 13 Jahre hinweg regelmäßig per Fragebogen zu ihrem Körpergewicht, gestellten Diabetes-Diagnosen und Lebensgewohnheiten befragt. Unter den Teilnehmerinnen wurden 259 Fälle von Typ-2-Diabetes dokumentiert. Nicht verwunderlich ist, dass ein starker Zusammenhang zwischen dem sogenannten Body-Mass-Index und dem Risiko, einen Typ-2-Diabtes zu entwickeln, festgestellt wurde. Erschreckend sind allerdings die Zahlen, die die Wissenschaftler berechneten: Für stark adipöse Frauen ergab sich ein 30-fach erhöhtes Diabetesrisiko im Vergleich zu Normalgewichtigen. Noch höher ist das Risiko für Frauen, die schon beim Auftreten des Schwangerschaftsdiabetes adipös sind und nach der Entbindung mehr als 5 Kilogramm zunehmen. Die gute Nachricht: Die Studienergebnisse zeigen auch, dass das durch den Schwangerschaftsdiabetes erhöhte Risiko für Typ-2-Diabetes sinkt, wenn die betroffenen Frauen Übergewicht abbauen.

Fazit

Frauen, die während der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickeln, sollten auch nach der Entbindung auf eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil achten. Ziel sollte es sein, ein gesundes Gewicht zu erreichen oder zu erhalten. Auf diese Weise kann das Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken, gesenkt werden.

zurück nach oben
Disclaimer:
© 2016 DVGE Deutscher Verlag für Gesundheit und Ernährung GmbH. Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.behandeln.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf behandeln.de zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zum Datenschutz.
Besuchen Sie behandeln.de auch auf Google+.