Studie: Langfristige Blutzuckerkontrolle senkt Krankheitsrisiken

Diabetes Blutzuckerkontrolle Engmaschige Kontrolle des Blutzuckers senkt das Risiko für viele Erkrankungen.

Wie wichtig das regelmäßige Messen der Blutzuckerwerte bei Diabetes ist, wissen viele. Doch dass es sich wirklich „auszahlt“, konsequent dranzubleiben, zeigt jetzt eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin ‚New England Journal of Medicine‘ veröffentlich wurde: Den Ergebnissen zufolge lassen sich viele Krankheitsrisiken bei Typ-2-Diabetes (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Amputationen) durch eine intensive Kontrolle des Blutzuckerspiegels deutlich senken.

Bei Diabetes mellitus können dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte dazu führen, dass Blutgefäße (und Nerven) geschädigt werden. Die Folge: In verschiedenen Körperregionen – zum Beispiel im Herzen, im Gehirn oder in den Beinen − kann es zu Durchblutungsstörungen kommen, die auf lange Sicht das Risiko für Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt, Schlaganfall und den „diabetischen Fuß“ erhöhen.

Um die Entstehung dieser Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels von größter Bedeutung. Eine wichtige Grundvoraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte – bei Abweichungen kann so durch eine Anpassung der Therapie rasch gegengesteuert werden, um den Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen.

HbA1c-Wert: Maß für den langfristigen Blutzuckerwert

Wie gut der Blutzuckerspiegel tatsächlich eingestellt ist, lässt sich anhand des sogenannten HbA1c-Wertes beurteilen. Der Wert kann als „Langzeit-Blutzuckergedächtnis“ beschrieben werden und gibt Aufschluss über den Blutzuckerspiegel der vergangenen Wochen. Ein hoher HbA1c-Wert weist darauf hin, dass die Blutzuckerwerte erhöht waren. Bei Gesunden liegt der HbA1c-Wert bei etwa 5 Prozent. Für Menschen mit Diabetes sind Werte zwischen 6,5 und 7,5 Prozent wünschenswert.

Studie: Konsequente Blutzuckerkontrolle reduziert Risiko für viele Erkrankungen

US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten im Rahmen einer Studie mit knapp 1.800 Patienten mit Typ-2-Diabetes die Effekte einer besonders intensiven Blutzuckerkontrolle im Vergleich zur standardmäßigen Überprüfungsroutine. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich durch eine besonders intensive Kontrolle der Blutzuckerwerte über viele Jahre hinweg das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Amputationen infolge des diabetischen Fußsyndroms um 17 Prozent senken ließ. Den Forschern zufolge stellen sich diese positiven Langzeiteffekte bereits bei einem durchschnittlichen HbA1c-Wert von 8 Prozent ein.

Fazit

Die Studienergebnisse zeigen einmal mehr, dass die regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte und ggf. entsprechende Therapieanpassungen wichtige Grundpfeiler zur Prävention von Folgeerkrankungen bei Diabetes mellitus sind. Doch nicht nur die Blutzuckerkontrolle als Voraussetzung für einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel (gemessen am HbA1c-Wert) ist ausschlaggebend für eine Reduzierung des Krankheitsrisikos – auch persönliche Faktoren wie Alter, Gewohnheiten (z.B. Rauchen) oder die familiäre Vorgeschichte sollten im Auge behalten werden.

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